Mit einem überlegenen Dreifachsieg hat sich die AUDI AG vor 220.000 Zuschauern einen besonderen Platz in der Geschichte der 24 Stunden von Le Mans gesichert. Audi ist erst der fünfte Hersteller, der das härteste Autorennen der Welt mit dem selben Team dreimal in Folge gewonnen hat – und der erste, dem dieser lupenreine Hattrick in den vergangenen knapp 20 Jahren gelang. Auch die Audi Piloten Frank Biela, Tom Kristensen und Emanuele Pirro schrieben Motorsport-Geschichte: Sie siegten als erstes Fahrerteam in Le Mans dreimal hintereinander.
Der neuerliche Audi Triumph bei dem seit 1923 ausgetragenen Langstrecken-Klassiker war eine weitere Demonstration von „Vorsprung durch Technik“ und eine eindrucksvolle Kombination von Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Über die gesamte Distanz von 5120 Kilometern waren die drei Infineon Audi R8 mit ihren 610 PS starken FSI-Motoren die schnellsten Autos im Feld. Vom Start weg übernahm Audi die Führung und gab diese während der 24 Stunden nicht ein einziges Mal ab. Von der sechsten Stunde an lagen alle drei Werks Audi an der Spitze. Und Tom Kristensen unterbot am Sonntagmorgen den bestehenden Rundenrekord um fast vier Sekunden. Insgesamt legte der Siegerwagen 375 Runden zurück – sieben mehr als bei der Rekordfahrt im Jahr 2000.
Trotz des überlegenen Dreifachsieges war die 70. Auflage der 24 Stunden von Le Mans für die Audi Mannschaft alles andere als eine leichte Aufgabe. Schwül-warmes Sommerwetter stellte enorme Anforderungen an Mensch und Material. Das Rennen entwickelte sich gleichzeitig zu einer „Reifenschlacht“ mit ungewöhnlich vielen Reifenschäden. Auch die Audi Piloten blieben von Reifendefekten nicht verschont, die viel Zeit kosteten und ihre Spuren an der Karosserie der Infineon Audi R8 hinterließen. Dass es keine schwerwiegenderen Folgen gab, verhinderte unter anderem ein von Audi gemeinsam mit Reifenpartner Michelin entwickeltes System, das die Piloten im Falle eines Druckabfalls im Reifen vorwarnt.
Die Reifenschäden beeinflussten auch die Reihenfolge der drei Infineon Audi R8 im Ziel. Frank Biela, Tom Kristensen und Emanuele Pirro blieb das nötige Quentchen Glück der vergangenen beiden Jahre treu. Sie übernahmen am Samstagabend die Führung, machten keine Fehler und sicherten sich den historischen dritten Le Mans-Sieg. Rinaldo Capello, Johnny Herbert und Christian Pescatori belegten Rang zwei vor den Newcomern Michael Krumm, Philipp Peter und Marco Werner, die bei ihrem ersten Rennen im R8 auf Anhieb den Sprung auf das Siegerpodest schafften.
Marco Werner (Infineon Audi R8 #3): „Für mich ist es ein kleiner Traum, als Rookie hier auf dem Podium zu stehen. Aber es war längst nicht so einfach, wie es vielleicht ausgesehen hat. Neben unseren Teamkollegen, die Le Mans ganz genau kennen, hatten wir gerade in der Anfangsphase viele Duelle mit anderen Fahrzeugen. Dass wir diesem Druck standgehalten haben und ganz ruhig unser Rennen gefahren sind, freut mich ganz besonders.“
Reinhold Joest (Teamdirektor Audi Sport Team Joest): „Das war das schönste Rennen meiner Karriere. Zum einen natürlich, weil ich heute zum dritten Mal mit Audi gewinnen durfte. Und außerdem ist es insgesamt unser siebter Erfolg in Le Mans – und die Zahl sieben ist schon immer die Glückszahl unseres Teams gewesen. An diesem Wochenende hat sich wieder einmal gezeigt, dass Le Mans seine eigenen Gesetze hat und selbst eine noch so perfekte Vorbereitung keinen Sieg garantiert. Aber wir hatten bei den Reifenschäden immer das Glück auf unserer Seite und haben die Autos stets zurück an die Box gebracht.“
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Sportchef): „Mit diesem Sieg ist ein Traum wahr geworden. Wir haben gewonnen, weil das ganze Team und unsere neun Fahrer hervorragende Arbeit geleistet haben. Unsere Autos liefen 24 Stunden lang trotz der hohen Temperaturen wie Uhrwerke. Die kleineren technischen Problemchen, die wir hatten, wurden in kürzester Zeit gelöst. Das Siegerauto stand nicht einmal 20 Minuten an der Box. Dieser Triumph ist für uns ein großer Erfolg.“
Audi hat bei den 24 Stunden von Le Mans 2002 auch in der Nacht weiter „Vorsprung durch Technik“ demonstriert: Die drei Infineon Audi R8 waren nicht nur die schnellsten Autos im Feld, sondern auch die zuverlässigsten. Mit konstanten Rundenzeiten setzten sich die drei Werks Audi trotz je zwei Reifenschäden kontinuierlich vom Verfolgerfeld ab. Nach zwei Renndritteln lag Bentley auf Platz vier acht Runden hinter dem führenden R8 von Frank Biela, Tom Kristensen und Emanuele Pirro.
„Der R8 ist so gut, dass man ihn sogar mit einer Hand fahren kann“, ergänzte Marco Werner. „Ich musste in der Nacht in einem Turn meinen Kopf in den schnellen Passagen mit der Hand festhalten, weil die kleine Windschutzscheibe am Cockpit fehlte. Es ist erstaunlich, was so eine kleine Scheibe aerodynamisch ausmacht.“
Die Newcomer Michael Krumm, Philipp Peter und Marco Werner fuhren im Infineon Audi R8 mit der Startnummer drei bislang ein beeindruckendes Rennen. Sie lagen zeitweise auf Position zwei und nach zwei Renndritteln in derselben Runde mit dem R8 von Rinaldo Capello, Johnny Herbert und Christian Pescatori.
Erste Trophäe fur Marco Werner in Le Mans
Schon vor dem eigentlichen Start zum 24 Stunden Rennen in Le Mans hat Marco Werner
den ersten Pokal eingeheimst. Er wurde heute im Rahmen der Fahrerparade in Le Mans
vor zirka 20.000 Zuschauern vom Burgermeister aus Le Mans dafur geehrt, das er im
Qualifing der schnellste Rookie war. "Eine schönes Gefühl hier gleich zu Beginn eine
Ehrung zu bekommen" sagte Werner "ich war sehr überrascht, da ich nichts davon wusste
das es einen Preis für den schnellsten Neueinsteiger hier gibt. So kann es weiter
gehen. Ich hätte nichts dagegen wenn ich am Sonntag noch einen Pokal mitnehmen kann."